Kreuzeslegenden

Für die Christen ist das Kreuz das Symbol für die Heilstat Jesu Christi.
Man muss sich aber klarmachen, dass das Kreuz zur Zeit Jesu zur Bestrafung von Verbrechern diente. Die Christen der ersten Jahrhunderte konnten folglich ihren gekreuzigten Herrn nur mit Worten verkünden, das Marterkreuz war undenkbar. Ein Erkennungszeichen war dagegen der Fisch, der auf Griechisch "ichthys" heißt. Die einzelnen Buchstaben waren eine Art Geheimcode: "Jesus Christus, theou hyios, soter", was ein kurzgefasstes Glaubensbekenntnis war: "Jesus Christus, Gottes Sohn, der Retter".

Erst zu Beginn des 4. Jahrhunderts wurde die Hinrichtung am Kreuz durch Kaiser Konstantin verboten. Seine Mutter Helena hat angeblich auf einer Reise ins Heilige Land in Jerusalem das Kreuz Christi unter dem Aphrodite-Tempel gefunden, den Kaiser Hadrian im 2. Jahrhundert auf Golgatha hatte bauen lassen.
Bei den Christen hielt die Scheu, den Gekreuzigten in seiner Schmach darzustellen, noch lange an. Erste Abbildungen eines Kreuzes mit dem Leib des Heilands sind erst im 5. und 6. Jahrhundert ganz vereinzelt zu finden. Zuvor gab es allenfalls das leere Zeichen des Kreuzes, speziell des griechischen Kreuzes mit seinen vier gleich langen Armen.
Im Mittelalter entstehen dann allmählich Legenden, in denen es um das Kreuz Christi geht und die in unterschiedlichen Akzentuierungen und Einzelheiten vom Kreuz berichten. Es ist die Zeit, in der Reliquien eine immer größere Rolle spielen.


Konstantins Sieg an der Milvischen Brücke