Exkursion 2011

Die 12. Exkursion

Riddagshausen – Königslutter – Marienthal
Die diesjährige Exkursion fand wiederum unter der bewährten Leitung von Herrn Prof. Dr. Rüthing statt und widmete sich der Architektur der Zisterzienser und den Grundsätzen ihrer Lebensgemeinschaft.
Ausgehend von einigen Artikeln der „carta caritatis“, dem Verfassungsdokument des Zisterzienserordens, in dem besonders die Einfachheit als Grundprinzip und ihre Umsetzung in den verschiedenen Lebensbereichen betont wurde, besuchte die etwa 25köpfige Gruppe die Klosterkirche Riddagshausen bei Braunschweig und fand in deren Architektur aus dem 12. Jahrhundert die Verwirklichung dieser Grundsätze. Dabei wurde auch das klösterliche Leben von „Brüdern“ und „Konversen“, den Laienbrüdern, deutlich.



Riddagshausen



Königslutter

Weiter ging es zum Kaiserdom in Königslutter, der im 12. Jahrhundert als Benediktiner-Abteikirche und Grablege für Kaiser Lothar (1075 – 1137, Kaiser des Übergangs von der Salier- zur Staufer-Dynastie), für seine Frau Richenza und den Schwiegersohn Heinrich den Stolzen, den Vater Heinrichs des Löwen, geschaffen wurde. Hier wurde besonders der Jagdfries, die äußere Dekoration der runden Hauptapsis, in Augenschein genommen und als Einfluß eines italienischen Baumeisters erklärt. Im Inneren des Doms läßt die Malerei aus dem 19. Jahrhundert die Vielfarbigkeit des Mittelalters wieder lebendig werden mit Bildern, die die Tageszeiten und die Elemente darstellen, sowie mit der dekorativen Gewölbemalerei und den Einzelheiten der Chorausschmückung.

Einen besonderen Höhepunkt bildete der Besuch des Kreuzgangs mit seinem übergroßen Reichtum an ornamentierten Säulen und Kapitellen.



Königslutter

 


Marienthal

Das dritte Ziel war das Zisterzienserkloster Marienthal in der Nähe von Helmstedt. Hier wurden noch einmal die Ordensprinzipien erkennbar, doch zeigt sich im Vergleich zur Schlichtheit von Riddagshausen durch die Ausmalung, die besondere Säulen- und Kapitell-Gestaltung eine deutliche Fortentwicklung. Im riesigen Refektorium der Konversen und an Exponaten im Skriptorium ließen sich konkrete Einsichten in die Bewirtschaftung und die Arbeit des Klosters gewinnen.

Marienthal



Helmstedt

Den Abschluß der Fahrt bildete der Rundgang um das „Juleum“ in Helmstedt, die ehemalige, auf dem Boden von Marienthal im 16. Jahrhundert entstandene und vorzüglich renovierte Universität. Die überreiche Dekoration durch zahlreiche Wächtergestalten an den Giebeln der Zwerchhäuser, die Allegorien der vier Fakultäten sowie der Artes Liberales und die vielfarbigen Wappen ist sehr beeindruckend und rief bei allen Teilnehmern Bewunderung für diesen Bau der Renaissance hervor.
Die Exkursion war dazu angetan, die Gegebenheiten des Mittelalters besser zu verstehen. Sie war in jeder Hinsicht ein bereicherndes Erlebnis.




Exkursion 2010
Forschungsprojekt